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KARRIERE-ENDSTATION UNFÄHIGKEIT
Warum in höchsten Ämtern und Positionen "Scharlatane" zu finden sind.
Die aktuelle Diskussion über die Verfehlungen unseres Bundespräsidenten und seine Reaktionen darauf lassen sehr vermuten, dass das hinlänglich bekannt „Peter- Prinzip“ in allen Bereichen der Gesellschaft - bis in die die höchsten Ebenen - Gültigkeit besitzt.
Unfähigkeit bzw. inkompetente Mitarbeiter - ob Arbeiter, Handwerker, Lehrer, Richter, Arzt oder Manager u.v.m - finden sich in allen Berufsgruppen. Keine gesellschaftliche Gruppe ist davon ausgeschlossen! Diesen Menschen ist gleich, dass sie von ihrer eigentlichen Aufgabe keine Ahnung haben, sich in Nebensächlichkeiten verlieren oder vertiefen und obendrein spektakuläre Fehlentscheidungen treffen. Diese Tatsache ist nur deshalb in unserer Gesellschaft kein Tagesgespräch, weil es in den Hierarchien noch unterstellte, kompetente Mitarbeiter gibt, die diese Fehler ausbügeln.
Die beiden englischen Autoren L.J. Peter und R. Hull haben bereits vor Jahren die verblüffende These veröffentlicht, dass „in einer Hierarchie jeder Angestellte dazu neigt, bis zu einer Stufe aufzusteigen, der er nicht mehr gewachsen ist“. Beispiele dafür gibt es viele. Wenn zum Beispiel ein guter Lehrer, der vorzüglich mit seinen Kindern auskommt und einen hervorragenden Unterricht leistet mit den Jahren positiv auffällt, dann wird er eventuell zum Schulleiter befördert. In dieser neuen Rolle kann er schnell überfordert sein. Stupide Verwaltungsaufgaben, Führung der Lehrerschaft, strategische Planungen und administrative Routinen sind eine andere Herausforderung, an denen er scheitern kann. Folglich wäre er in der Hierarchiestufe des Lehrers am wertvollsten für die Schule. Oder der sachbezogene Mitarbeiter in einer öffentlichen Verwaltung, der sein Metier beherrscht und zum Abteilungsleiter befördert wird. Er kann schnell in dieser Rolle versagen, wenn er keine Führungspersönlichkeit ist.
Noch dramatischer hat es Scott Adams (der Autor des „Dilbert-Prinzip“) formuliert. Er meint sinngemäß, dass in Firmen absichtlich inkompetente Mitarbeiter ins Management befördert werden, weil sie dort am wenigsten Schaden anrichten. Wörtlich schrieb er: „die Führungsetage ist ein Versuch der Natur, Idioten aus dem Produktionsprozess auszuhalten.“ Kehrt man diese Prinzipien um, dann könnte man auch sagen, die eigentliche Arbeit und Wertschöpfung in unserer Gesellschaft wird von den Mitarbeitern erledigt, ihre Stufe der Inkompetenz noch nicht erreicht haben.
Die Tragik an diesem Phänomen der Unfähigkeit ist, dass kaum ein Beschäftigter auf der Stufe seiner Kompetenz zufrieden ist. Sehr viele sind in den Hierarchien angetrieben von dem Ziel, Aufgaben oder eine Position zu übernehmen, die ihre Fähigkeiten übersteigen.
Leider wiederspiegelt unsere politische Parteienlandschaft - vom Kreisverband bis zur Bundesebene - die Gültigkeit des „Peterprinzips“ wieder. Es fehlt einfach an Regularien und Kontrollmechanismen, die verhindern, dass engagierte, politisch interessierte Menschen mit den Jahren die „Parteistufe Inkompetenz“ erreichen. Eine falsch verstandene Loyalität und Treuebekenntnisse gegenüber diesem Parteisoldaten sind die Ursache dafür. Häufig werden auch langjährige tätige aber inkompetente Parteifunktionäre in höhere Ämter „weggelobt“. In den Anfangsjahren der Europäischen Union wurden viele Positionen unter dieser Prämisse besetzt. Leider spüren wir heute dramatisch die Auswirkungen - Stichwort Eurokraten.
Was ist der Ausweg aus diesem Dilemma?
Zunächst gilt der Spruch „Schuster bleib bei deinen Leisten“! Überprüfen Sie sich regelmäßig, warum sie in ihrer derzeitigen Stellung erfolgreich und zufrieden sind. Analysieren sie dabei ihre Kompetenzen und Fähigkeiten und grenzen sie diese von den Arbeitsanforderungen in den anderen Positionen / Hierarchiestufen ab. Fragen Sie sich vor Beförderungen, ob sie den dort zu lösenden Aufgaben aufgrund ihres Wissens und Könnens gerecht werden können. Ob es uns gelingt???



Ansicht/ Foto Büro FHRC