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01.03.2011 07:21

Löhne in Thüringen - Rote Laterne?

Demografie verbessert die Einkommenslage zukünftig

In Thüringen werden bundesweit bei den längsten Arbeitszeiten die niedrigsten Löhne gezahlt. Mit einem durchschnittlichen Stundenlohn in Höhe von 15,54 Euro hat Thüringen bundesweit die rote Laterne bei den Löhnen. Monat für Monat haben die ArbeitnehmerInnen 546,00 Euro weniger auf dem Lohnkonto als ihre westdeutschen KollegInnen.

Arbeitsproduktivität

Der verteilungsneutrale Spielraum, der sogenannten Lohnkorridor, der sich aus den beiden Faktoren Zuwachs an Arbeitsproduktivität sowie Inflationsrate ergibt, wurde in der Vergangenheit nicht ausgeschöpft. Bundesweiter Spitzenreiter ist Thüringen bei der Steigerung der Arbeitsproduktivität. Die Thüringer ArbeitnehmerInnen konnten in den vergangenen acht Jahren die Arbeitsproduktivität um 17,1 Prozent steigern. Die Gewinne aus dieser Steigerung haben die Arbeitgeber allerdings nicht an die Beschäftigten weitergegeben. Die Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 15,0 Prozent. Der Spielraum für Lohnerhöhungen lag bei 34,7 Prozent. Die realisierten Bruttolohnzuwächse betrugen im gleichen Zeitraum lediglich 13,1 Prozent. Im Ergebnis wurde damit der vorhandene Lohnkorridor nur zu etwas mehr als einem Drittel, etwa zu 38 Prozent ausgenutzt.

Niedriglohn ist eine hauptsächliche Ursache für die Abwanderung

Das Land Thüringen konnte bisher eine gute Ausstattung mit qualifizierten Beschäftigten verzeichnen. Im Gegensatz dazu fehlen in Thüringen qualifizierte Arbeitsplätze. Das trifft besonders für das Verarbeitende Gewerbe zu. Der Bestand an besser qualifizierten Erwerbstätigen verringert sich in Thüringen im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern insbesondere durch Abwanderung.

Erwerbstätige Frauen

Erwerbstätige Frauen in Thüringen erhalten die niedrigsten Löhne bundesweit. Im dritten Quartal 2008 lagen die Bruttomonatsverdienste von vollzeitbeschäftigten Frauen mit 2.116 Euro 490 Euro bzw. 19 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts. Bei hochqualifizierten Tätigkeiten beträgt die Differenz bis zu 1.300 Euro bzw. 24 Prozent im Monat. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist für Frauen in Thüringen in den meisten Wirtschaftszweigen noch lange nicht Realität. Insbesondere durch unfreiwillige Teilzeitarbeit und durch die Benachteiligung bei der Vergabe besser bezahlter Positionen an Frauen bleiben die Löhne der Frauen hinter denen von Männern zurück.

Quelle: DGB, Internet