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Deutschland vergreist - der Osten zuerst!
Nach einer Prognose nimmt der Bevölkerungsschwund in den neuen Länder dramatische Ausmaße an: In 20 Jahren ist jeder dritte Bewohner im Rentenalter. Auch der Westen verliert Einwohner - eine Ausnahme bilden nur die Stadtstaaten.
Die Bevölkerungszahl im Osten Deutschlands wird nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes in den kommenden Jahren fast viermal so stark sinken wie im Westen. 2030 würden in Ostdeutschland voraussichtlich 15 Prozent weniger Menschen leben als 2008, prognostizierten die Statistiker. 30 Jahre später soll der Rückgang 37 Prozent betragen. Zugleich steigt der Anteil älterer Menschen sprunghaft: 2030 werde jeder dritte Ostdeutsche 65 Jahre oder älter sein.
Die demografische Entwicklung in weiten Teilen Ostdeutschlands stellt die Politik vor große Probleme. Die wirtschaftliche Situation verschlechtert sich zunehmend und auch das kulturelle Angebot wird ausgedünnt. Vor allem junge, gut ausgebildete Frauen packen ihre Koffer und ziehen in attraktivere Regionen. Dadurch sinkt die Geburtenrate weiter und die Bevölkerung wird immer älter.
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung schlug im vergangenen Jahr vor, strukturschwache Regionen nicht mehr zu fördern. Auch mit viel Geld ließe sich der Bevölkerungsschwund in diesen Gebieten nicht mehr aufhalten. Die Wissenschaftler empfahlen stattdessen nur noch eine "existenzielle Daseinsvorsorge" anzubieten.
Der Westen leidet zwar auch unter der schrumpfenden Bevölkerung, jedoch in weit geringerem Ausmaß als im Osten. Für die westlichen Flächenstaaten sagen die Statistiker einen Rückgang von vier Prozent bis 2030 gegenüber 2008 voraus. Bis 2060 soll die Bevölkerungszahl um 19 Prozent sinken. Die Einwohnerzahl in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin bleibt der Prognose zufolge bis 2030 fast stabil und nimmt dann bis 2060 um zwölf Prozent ab.
Die Vergreisung ist aber auch im alten Bundesgebiet ein Problem. "Auch in den westlichen Flächenländern und Stadtstaaten wird im Jahr 2060 jeder dritte Einwohner 65 Jahre oder älter sein", heißt es in der Studie des Statistischen Bundesamtes. Die Entwicklung stellt die Sozialversicherungssysteme vor eine Belastungsprobe, weil die Schere zwischen Erwerbstätigen und Ruheständlern immer weiter auseinanderklafft.
Quelle: FTD



